Was ist Shinsokan?


 

Shinsokan ist eine Gebets-Meditation, welche dem Japaner Taniguchi offenbar wurde, als er seine geistige Erleuchtung empfing.

Durch das Ausüben von Shinsokan werden wir erkennen, dass Gott sich in unsere Herzen, unserer Seele und unserem Körper befindet. Shinsokan ist gewissermaßen eine Verwirklichungs-Praxis, mit der wir Gottes Leben mit allen seinen Eigenschaften in unser Leben bringen.

Der Mensch kann nicht von Brot allein leben. Da er zuerst ein geistiges Wesen und erst danach ein physisches Wesen ist, benötigt er ebenso viel geistige Nahrung – oder sogar noch mehr – wie physische. Shinsokan ist diese geistige Nahrung, die demjenigen, der sie praktiziert, die geistige Erkenntnis vermittelt, dass er ein Kind Gottes und daher in jeder Weise vollkommen ist.

Wenn man sich zum ersten Mal in die richtige Sitzordnung bei der Shinsokan einübt, wird man vielleicht erst eine ungefähre Haltung einnehmen. Das ist völlig in Ordnung, denn mit der Zeit wird sich alles noch vertiefen und perfektionieren.

Die Bücher Wahrheit des Lebens, Band 8, Meditative Praxis von Masaharu Taniguchi und das Buch Shinsokan-Meditation ist wunderbar von Seicho Taniguchi dienen als umfassende Hilfen beim Üben von Shinsokan, und sie erklären wie man die Vollkommenheit aus unserem Innern hervorbringen kann. Diese Bücher sind sehr empfehlenswert und sind beide auch auf Deutsch erhältlich.

Taniguchi versicherte, dass man mit der richtigen Haltung bei Shinsokan-Meditation auf alle kosmischen Gesetzmäßigkeiten und göttlichen Ordnungen  eingestellt ist. Um uns den kosmischen Kräften entsprechend auszurichten, müssen wir das nach oben legen, was nach oben gehört, das nach unten, was auf den Boden gehört, das nach vorne, was an die Front gehört, und das nach hinten, was nach hinten gehört. Etwa so wie der Himmel die Erde bedeckt.

Wichtig über alles ist eine von allen weltlichen Sorgen losgelöste innere positive, harmonische und friedvolle Einstellung, wenn wir unsere Meditation ausüben. Wir sollten dabei auch immer einen betonten Ausdruck von Dankbarkeit haben.

Ganz zu Beginn der Shinsokan-Meditation steht das
 

GEBET ZUR GOTTESANRUFUNG
 
O Gott, der Du allen Lebenden das Leben schenkst, erfülle mein ganzes Sein mit Deinem Geiste und allen Deinen Segnungen.
Ich lebe nicht aus eigener Kraft, sondern aus dem Leben Gottes, der das ganze Universum durchdringt.
Meine Taten sind nicht meine Werke, sondern die Taten Gottes, der das ganze Universum durchdringt.
Mögest Du uns beschützen, Großer Engel, der Du erschienen bist, um uns den göttlichen Weg des Universums zu weisen.

 

Der Große Engel wird manchmal auch Ewiger Geist genannt.

Gefolgt von einem sogenannten KIAI. Er löst die konzentrierte Kraft von innen und dient bei einer Gruppenmeditation auch als Signal für jeden Einzelnen mit dem Meditieren zu beginnen, entsprechend den Instruktionen, die er dabei erhält.
 

Der Kiai kommt ungefähr so: I-JUUUUUUU!

Wenn man den Kiai praktiziert, ruft man ihn nicht mit der Kraft aus dem Hals, oder hinter der Kehle, wie wir es beim Sprechen und Rufen gewöhnt sind. Sondern tief innen aus dem unteren Bauch, im Fernen Osten auch HARA genannt. Es ist eine Art Konzeptionsgefäß und der Ort von wichtigen Stellen auch in der Akupunktur und Akupressur. In den asiatischen Kampfsportarten z.B. ruft man den KIAI um den Gegner die Energie zu nehmen. Bei Shinsokan ist er Leben spendend, aber nicht weniger kräftig.

Nach der Einnahme der Sitzhaltung, ist das Gebet zur Gottesanrufung immer das erste was man bei der Ausübung von Shinsokan macht.
 
Nach dem Kiai meditieren Sie so:
 

"Jetzt verlasse ich die Welt der fünf Sinne und trete in die Jisso-Welt, Gotteswelt* ein. Dies ist die Jisso-Welt, Gotteswelt, danke schön, danke schön, danke schön."

Schließen Sie Ihre Augen vor der unvollkommenen Erscheinungswelt und öffnen Sie Ihre geistigen Augen. So meditieren Sie wie folgt:

Soweit meine Augen reichen, sehe ich Gottes Meer der unendlichen Weisheit, Gottes Meer von unendlicher Weisheit, Gottes Meer von unendlicher Weisheit.

Man soll genau empfinden, dass Gottes unendliche Weisheit, wie ein Licht erschienen ist, und das ganze Meer um uns herum erfüllt.

Mit dem gleichen Gefühl meditiert man nun über die übrigen Eigenschaften Gottes:
 

"Gottes Meer von unendlicher LIEBE“
„Gottes Meer von unendlichem LEBEN“
„Gottes Meer von unendlicher FÜLLE“
„Gottes Meer von unendlicher FREUDE“
„Gottes Meer von unendlicher HARMONIE“


Diese  sechs göttlichen Eigenschaften vereinen sich schließlich zu Gottes unendlicher Lebenskraft.

"Als Kind Gottes in dieser Jisso-Welt, Gotteswelt, der großen Harmonie empfange ich Gottes unendliche belebende Kraft."

Beim Einatmen meditieren wir ruhig:
 „Gottes unendliche belebende Kraft strömt in mich hinein, strömt in mich hinein, strömt in mich hinein.

(Wir atmen ruhig und langsam durch die Nase ein. Wenn wir voll eingeatmet haben, drücken wir den Atem in den unteren Leib.)

Beim Ausatmen:
 "Gottes unendliche belebende Kraft erfüllt mich, erhält mich, erfüllt mich, erhält mich, erfüllt mich, erhält mich.(Dies wird wiederholt)

Vielen Dank! Vielen Dank! Dies ist nicht mehr mein Leben, sondern Gottes Leben, welches in mir ist.“

Wenn Sie das Bedürfnis haben auszuatmen, so lassen Sie die Luft langsam durch den Spalt Ihrer gefalteten Hände fließen. Bei jedem Einatmen stellen Sie sich natürlich vor, wie die leuchtende Lebenskraft in Sie einströmt.
Hierbei ist es wichtig, dass sich die Worte der Meditation, das Empfinden, wie das Licht in Sie hineinfließt und die Vorstellung des geistigen Auges, wie es dieses Hineinfließen beobachtet, zu einem einzigen Erlebnis werden.

Würde man Shinsokan nur zum Vorteil der eigenen Person ausüben, würde dies reine Selbstsucht bedeuten, und nicht mit Gottes Schwingungen übereinstimmen, die die Liebe für andere ist.

Deshalb betet man bei Seicho-No-Ie und Shinsokan für den Weltfrieden:
 
„Gottes unendliche Liebe strömt in mich hinein und in meinem Innersten
erglüht das geistige Licht der Liebe.
Dieses Licht gewinnt an Intensität,
überflutet die ganze Erde
und füllt die Herzen aller Menschen mit dem Geist der Liebe, des Friedens, der Ordnung und der Wahrheit des Eins-Seins in Gott.“ 
(einmal wiederholen)

Es folgt ein stilles Gebet.
 
Die normale Shinsokan entspricht einer Dauer von 30 Minuten und länger.

Das Schlussgebet ist auch eine Bestätigung von Gottes Leben und Liebe im Universum. Wir bestätigen mit der Kraft des Wortes, dass der wahre Weltfrieden auf der Erde erscheinen wird, wenn die Menschheit die Anwesenheit Gottes allein im Universum anerkennt.
 
„Das Licht des Allmächtigen Gottes
durchdringt das Universum und das
Universum wird dadurch mit vollkommenem Frieden und großer Harmonie gesegnet. Jetzt und für immer.“ (einmal
wiederholen.)

Hierauf folgen ein zweimaliges Händeklatschen und die Ankündigung:
 

„Ende der Shinsokan.“

 

Lassen Sie uns jetzt sehen wie diese Sitzhaltung bei Shinsokan ist.
 

Es gibt zwei Sitzarten von Shinsokan.
Nämlich das Sitzen auf dem Stuhl und das Sitzen auf den Knien.
              

                                  
Shinsokan-Ausübung auf dem Stuhl


Beim Sitzen auf den Knien ist der formelle Sitz eine sehr empfohlene Haltung für die richtige Anpassung an die kosmische Ordnung. Hierbei sitzen wir auf den gebeugten Beinen, wobei der linke Fuß auf dem rechten liegt.
Der linke große Zeh liegt dabei auf der Innenseite des rechten Fußes, unter dem Knöchel.
Der rechte große Zeh liegt auf der Außenseite des linken Fußes, unter dem Knöchel.
Die linke Seite ist das Symbol für das männliche Prinzip, den positiven Pol und den Himmel. Die rechte Seite deutet das weibliche Prinzip, den Minuspol und die Erde. Die Lage der Füße stimmt mit der kosmischen Ordnung überein, in der die Himmel die Erde bedecken.

Für Anfänger ist dies vielleicht etwas unbequem. Zur Erleichterung sollten daher Männer ihre Knie ungefähr 4, Frauen etwa 2 Handbreiten auseinander halten.
Man legt sich nun etwas nach vorn über, wobei die Hände das Hauptgewicht zu tragen haben. Der Rücken bleibt gerade und soweit wie möglich herausgerücktem Bauch. Der Oberkörper sollte ohne Spannung und Anstrengung sein.
Der Kopf wird aufrecht und so hoch wie möglich gehalten.
Das Rückgrat befindet sich in einer Linie mit dem Kräftefluss zwischen Himmel und Erde.
Die Füße sind genau unter allem und vor den Blicken verborgen.

Jetzt hält man die Hände zum Gebet vor dem Gesicht, ganz nahe, jedoch ohne es zu berühren.
Die zusammengehaltenen Hände werden mit „Gassho“ bezeichnet und spielen bei Shinsokan eine wichtige Rolle.  Im Gassho bleibt ein Hohlraum in der Größe eines Hühnereis, durch den unser Atem hindurchgeht. Der Winkel zwischen den Armen bildet ein gleichschenkliges Dreieck (ungefähr 60 Grad).

Beim Sitzen auf dem Stuhl, sitzen Sie so weit nach vorn wie möglich.
Während die Hacken zusammengehalten werden, ziehen Sie Ihre Füße direkt unter sich und lassen nur die Zehen den Boden berühren und dabei einen guten Teil Ihres Gewichtes übernehmen.
Um den richtigen Sitz zu kontrollieren, verlegen Sie für einen Augenblick das ganze Körpergewicht auf die Zehen, indem Sie die Hüften kurz vom Stuhl anheben.
Wenn Ihnen das gelingt und Sie dann den alten Sitz einnehmen, jedenfalls ungefähr, dann haben Sie den richtigen Sitz.

Alle anderen Einzelheiten des Sitzes sind die gleichen wie beim Sitzen auf den Knien.

*JISSO ist GOTT, die Wahrheit (dem Phänomen entgegengesetzt), das Leben, die Vollkommenheit, das wahre Ich oder die wahre menschliche Natur (dem Körper entgegengesetzt). Daher ist das wahre Ich göttlich und vollkommen wie Gott. Die Jissowelt ist die wahre Welt, das Gottesreich.